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Lernstörungen überwinden

Was tun, wenn es im Coaching oder bei der Lerntherapie einfach nicht voran geht?Zunächst einmal entspannen! Durststrecken und gefühlter Stillstand sind bei Lernstörungen normal. Sie gehören zu Entwicklung und Wachstum dazu – genauso wie Konflikte, Motivationstiefs und der ein oder andere Misserfolg. Genauso dazu gehören Erfolge, Motivationsschübe und Entwicklungssprünge, die die Kids nach vorne bringen.

Seit ich vor 15 Jahren angefangen habe mit Kindern zu arbeiten, die mit Lernstörungen zu kämpfen haben, gab es neben Erfolgen und vielen tollen Momenten auch immer wieder Herausforderungen.

Manche davon waren einfach nur Förderstunden, die nicht so liefen, wie ich gedacht hatte. Andere waren Kinder, die einfach nicht so vorankamen wie ich es geplant hatte. Wo die Methoden einfach nicht griffen. 

Zum Beispiel:

  • Häusliche Übungen, die grundsätzlich nicht gemacht wurden.
  • Kinder, die gefühlt keine Lust hatten.
  • Der doppelte Mitlaut in der Mitte des Wortes, der auch nach 2 Monaten Arbeit noch nicht saß.
  • Eigener Erfolgsdruck, weil man als Coach oder Therapeut performen will.
 

Wie bin ich mit diesen Herausforderungen umgegangen? Was hat mich in diesen Momenten geleitet? Lernstörungen können ein Teufelskreis sein.

Hier kommen meine Top 4 Empfehlungen, um Lernstörungen ganzheitlich zu überwinden:

Inhaltsverzeichnis

Bei Lernstörungen den richtigen Startpunkt finden

In diese Falle bin ich am Anfang oft getappt. Ich hatte für die Förderung nicht den richtigen Startpunkt ausgewählt. Ich hatte in der Lernstandsanalyse oder Förderdiagnostik nicht genau genug auf die Basisfähigkeiten geschaut. Weil ich 

  • dachte, das Kind ist schon in Klasse 6, da brauche ich nicht noch die Vorläuferfähigkeiten des Lesens und Schreibens zu überprüfen.
  • mich auf ein Gutachten verlassen hatte, ohne es nochmal zu überprüfen.
  • schnell mit dem Kind in die Umsetzung kommen wollte.

Heute ist klar, ich mache meine Förderdiagnostik und genau darauf baue ich meine Arbeit auf. In dieser Phase weiche ich nicht vom Plan ab. Die Förderdiagnostik ist die Grundlage für jede Arbeit am Kind. Mit den Übungen und Tests, die ich im Laufe der Jahre selber zusammengestellt habe, bekomme ich ein zuverlässiges Bild, auf dem ich zielsicher aufbauen kann. Ganzheitlich Denken!

Im Coaching ist das übrigens genauso. Du musst immer erst herausfinden worum es wirklich geht. Oft kommen Eltern mit ihren Kindern zu dir mit einem ganz speziellen Thema. Hast du dann ein Vertrauensverhältnis aufgebaut und verstehst es, die richtigen Fragen zu stellen, findest du auf einmal das verborgene Thema hinter dem Thema und damit auch den Startpunkt für deine Arbeit.

Ganzheitlich Arbeiten damit die Bedingungen stimmen

Wenn du uns schon länger folgst, weißt du, dass der ganzheitliche Ansatz ein Eckpfeiler unserer Arbeit ist. Denn kein Kind ist allein auf der Welt, und die meisten Lernstörungen und Lernprobleme entstehen aus einem Passungsproblem der persönlichen Voraussetzungen des Kindes mit den Umwelt- und Lernbedingungen, die es vorfindet.

Beispiel: Lernstörung Legasthenie

Der Anfangsunterricht in der Grundschule, der für viele Kinder passt, passt für ein Kind mit Legasthenie nicht. Die Kinder brauchen eine individuelle Methodik, die auf sie abgestimmt ist und sie benötigen ausreichend Zeit.

Hier kann ich das Kind nicht ändern, aber ich kann einen passenden Ansatz wählen. In der Schule Aufklärungsarbeit leisten und mit den Lehrern gemeinsam einen sinnvollen Nachteilsausgleich erarbeiten, der dem Kind Erfolgserlebnisse erlaubt.

Dazu brauchen die Eltern eine gute Informationsgrundlage, damit sie sich in das Kind hineinversetzen können und wissen, was sie erwarten können und was nicht. Auch braucht eine gute Lerntherapie die Unterstützung von zu Hause, denn in 45 Minuten pro Woche, kann man Lernstörungen nicht in den Griff bekommen.

Vielleicht ist auch die Hausaufgabensituation problematisch, dann gilt es, gemeinsam mit Eltern und Kindern Bedingungen zu finden und zu schaffen, die die Situation verbessern.

Ist der Selbstwert des Kindes aufgrund der anhaltenden Misserfolge angeknackst, muss ich neben der Arbeit an der Lernstörung auch hier ansetzen.

Das passende Tempo wählen

Jedes Kind arbeitet in seinem Tempo. Ein afrikanisches Sprichwort sagt:

„Das Gras wächst nicht schneller, wenn du daran ziehst.“

Ich ergänze es immer um die Aussage: 

„Du kannst es nur mit der Wurzel ausreißen!“

Das bedeutet dann Motivationslosigkeit, ein weiterer Misserfolg für den Schüler und unzufriedene Eltern. Kinder sind nicht genormt und jedes arbeitet in seiner eigenen Geschwindigkeit und der musst du dich anpassen und nicht umgekehrt. Das ist am Anfang schwer. Ich weiß das aus Erfahrung. Wir machen uns dann auch gerne mal selbst Druck. Egal ob du in der Lerntherapie arbeitest, als Elternteil dein Kind begleitest oder im Coaching unterwegs bist. Irgendwann denken wir, jetzt muss es aber mal vorwärts gehen.

Mein Aha-Moment war ein Schüler, der mehr als vier Monate an dem Thema doppelte Mitlaute in der Wortmitte (Sonne, Wasser etc.) gearbeitet hat. Ich war wirklich kurz davor zu verzweifeln – und dann saß es. Und das Kind machte so gut wie keine Fehler mehr an dieser Stelle.

Wenn du also für ein Thema mal länger brauchst und du dir sicher bist, dass die Bedingungen stimmen und der Startpunkt richtig gewählt ist, dann gib dir und dem Kind einfach Zeit. Das gilt auch, wenn du mit deinem Kind zu Hause arbeitest.

Die Vogelperspektive einnehmen

Wie oft rennen wir einfach weiter, statt kurz innezuhalten und uns die Sache aus der Vogelperspektive anzuschauen. Regelmäßige Reflexion eines Falles aus anderer Perspektive ist hier nützlich. Alle 8-10 Förderstunden überprüfe ich meine Strategie, schaue mir die Fortschritte an. Dabei versuche ich immer so zu tun, als würde ich das Kind nicht kennen und müsste neu denken. 

Gut ist natürlich auch, in einer qualifizierten Gruppe die Fälle, bei denen die Lernstörungen hartnäckig sind, gemeinsam zu besprechen und so einen weiteren Blickwinkel zu bekommen. Das liebe ich ganz besonders an unseren Praxisabenden in der Ausbildung und in unseren Qualitätskreistreffen mit fertigen Therapeuten.

Wenn du keine Möglichkeit dazu hast, dann stell dir einfach selbst die Frage, wie würde ich den Fall einem Kollegen schildern? Welche Antworten suche ich?

Das ist nicht dasselbe, aber auch sehr hilfreich.

Gedanken zum Schluss

Wir neigen dazu, in die Problemtrance zu rennen und uns da festzubeißen. Was läuft schief? Warum geht es nicht vorwärts? Das sind zwei Fragen, die diese Situation noch mehr manifestieren, weil sie den Fokus auf das Problem lenken:

Die Lernstörungen verbessert sich nicht oder nicht ausreichend.

Die Fragen müssen aber lauten:

Was ist bereits besser geworden?

Was hat gut funktioniert?

Welche kleine Fähigkeit muss das Kind als nächstes lernen, damit die Entwicklung voran geht? 

Mit diesen Fragen fokussierst du auf den Erfolg bei der Überwindung der Lernstörung.

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