#41 Positive Fehlerkultur

Positive Fehlerkultur

Heute geht es darum, dass wir mit uns und unseren Kindern eine gesunde Fehlerkultur etablieren sollten. Immer nur zu schimpfen bringt nämlich am Ende des Tages keinen Lernerfolg, denn sind Fehler so wertvoll, um sich weiterzuentwickeln! 

In unserem ganzheitlichen Erziehungsansatz versuchen wir daher, Fehler anzunehmen und zu verstehen, wieso sie entstanden sind, anstatt sich nur über sie aufzuregen. Wir hoffen daher, dir in dieser Episode unseres Podcasts Kurswechsel Kindheit ein paar Gedankenanreize für eine neue Fehlerkultur geben zu können.

 

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Was ist eine positive und gesunde Fehlerkultur?

Fehlerkultur meint den Umgang mit Fehlern, auch wie wir das als Erwachsene gerade den Kindern vorleben.

Beginnen wir gleich mal mit einem Beispiel zum Thema positive Fehlerkultur:

Denn dazu bekommt Petra von ihrer Tochter oft einen auf die Nase. 

Petra sagt zu ihrer Tochter bei Fehlern: „Aus dem Fehler kannst du lernen.“

Und wenn Petra selbst Fehler gemacht hat, ärgerte sie sich häufig über sich und dachte wie konnte ich nur so doof sein?

Und dann sagte ihre Tochter: „Mama, du hast gesagt, ich muss aus meinen Fehlern lernen und soll mich nicht darüber aufregen.“

Petra passiert das auch nicht mehr so oft, aber ab und an kann einem das passieren, dass man sich ärgert. Das ist ja irgendwo menschlich. Aber da ist es wichtig, sich wieder zu besinnen in dem Moment, in dem sich unsere Amygdala wieder einigermaßen beruhigt hat und wir wieder klar denken können.

Natürlich passieren auch Dinge, die wirklich so heftig sind, wenn jemand etwas bösartiges tut, dass man sich ärgert. Darum geht es bei der Fehlerkultur nicht. 

Bei einer positiven und gesunden Fehlerkultur geht es um die Fehler, die einfach im Alltag passieren, die den Kindern passieren, die uns auch passieren.

Und dabei stellt sich die Hauptfrage: Wie gehen wir als Vorbilder unserer Kinder mit Fehlern um?

Denn die Kinder reagieren ja letztendlich nur so, wie wir es ihnen vorleben und wie wir selber mit unseren Fehlern umgehen. Und mit ihnen machen wir aus dem Fehler etwas.

Statt zu sagen: „Mein Gott, das haben wir doch schon hundertmal geübt.“

Stellen wir in einer positiven Fehlerkultur die Frage: „Was müsste nächstes Mal anders sein, damit du dann daran denken kannst?“

Positive Fehlerkultur in der Schule

Genauso wichtig, wie im Elternhaus, ist natürlich auch eine positive Fehlerkultur in der Schule.

Wie das aussehen kann, zeigen wir dir an diesem Beispiel:

Es gibt ein Kind, das die Groß- und Kleinschreibung oder ein bestimmtes Lern-Wort wirklich bis zum Anschlag geübt  hat. In der Klassenarbeit ist es wieder falsch.

Statt zu sagen: „Mensch, das hättest du jetzt aber wirklich wissen können.“, kann ich mir als Lehrkraft oder auch als Lerncoach überlegen:

  • Was muss das Kind noch lernen?
  • Was braucht das Kind noch, um beim nächsten Mal daran denken zu können?
  • Oder vielleicht sogar die Familie des Kindes, sein Umfeld, stimmt die Lernumgebung?
  • Was musst es vielleicht noch lernen, dass es das nächste Mal nicht passiert?
  • Vielleicht mehr, sich zu fokussieren, vielleicht irgendwie etwas mitzunehmen.
  • Manchen Kindern hilft auch ein Erinnerungsstück. Im Coaching sprechen wir davon, Anker zu setzen, um etwas noch zu vertiefen.
  • Was brauche ich, ich selbst?

Tools, um mit einer positiven Fehlerkultur in der Schule oder im Lerncoaching zu arbeiten

Tipp 1: Fehler sammeln

Andrea sagt oft: sammelt die Fehler! Wenn ihr jetzt die Fehler sammelt, dann habt ihr die Chance, bei einer Prüfung so wenig Fehler wie möglich zu machen.

positive Fehlerkultur

Tipp 2: Fehler als Helfer sehen

Fehler sind Helfer. Ja, es ist tatsächlich wichtig, so diese Fehlerkultur zu leben und anzunehmen.

Das meinen wir auch mit Fehlerkultur. Das hilft nur, wenn das Kind wirklich daran glaubt. Nicht, wer eigentlich trotzdem innerlich damit kämpft. Da müssen wir den Kindern einfach helfen, wirklich zu gucken, was das ist. Egal ob das jetzt eine Legasthenie oder Dyskalkulie ist. Oder ob das bei anderen Lernschwierigkeiten ist. Oder es kann sein, wenn jemand ein Instrument oder Tennisspielen lernt. Da kann ein Tennisarm darauf hinweisen, dass man den Schläger falsch hält.  Genau daraus kann ich wieder etwas lernen. Oder ich muss etwas daraus lernen.

positive Fehlerkultur Tipp

Und wir glauben, dass das ankommt bei den Kindern. Das ist für uns Fehlerkultur. Es muss wirklich angekommen, verstanden sein und es muss eine Reflexion stattfinden. Denn die Reflexion ist ein wichtiges Thema: Was kann ich daraus lernen?
Zusätzlich ist es wichtig, Kindern wirklich zu zeigen, dass wir ihnen helfen, den Ansatz zu finden.

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