# 7 Lernumgebung – Interview Maria Husch

Lernumgebung

Wie die richtige Lernumgebung den Lernerfolg beeinflusst

Hast du’s gewusst? Die richtige Lernumgebung hat Einfluss auf den Lernerfolg und -spaß bei den Kids.

Folgende Fragen sind dir vielleicht schonmal durch den Kopf geschwirrt?

  • Wieso kann mein Kind sich einfach an seinem Schreibtisch nicht konzentrieren?
  • Warum braucht es für ganz einfache Hausaufgaben so lange?
  • Wieso hängen in der Schule vergilbte Plakate an den Wänden?
  • Wie kann ich im Klassenzimmer eine schöne Lernumgebung schaffen?

Da für uns immer der ganzheitliche Ansatz im Fokus steht, haben wir zum Thema Lernumgebung für dich eine Mega-Expertin befragt.

Unruhe bei den Hausaufgaben, Konzentrationsschwierigkeiten, viele Fehler in den Hausaufgaben kann auch auf die falsch gestaltete Räumlichkeit zurückzuführen sein.

Wie sollte eine Lernumgebung sein?

Worauf ’s bei der richtigen Lernumgebung ankommt, haben wir mit Raumexpertin, Maria Husch, im Interview erörtert.

Maria hat schon mehrere hunderte Kinderzimmer eingerichtet und ursprünglich begonnen als Einrichtungs- und Feng-Shui Beraterin. Im Rahmen eines EU-Projekts war sie bei 25 Schulen in Österreich dabei, um zu unterstützen und Lernräume bewusst zu gestalten.

Du kannst dir das Interview hier auf dem Podcast anhören:

Oder wenn du eher der visuelle Typ bist, gibt’s das Interview auch hier als Video bei Facebook.

In diesem Artikel fassen wir dir die wichtigsten Tipps zusamment

Chaos in der Lernumgebung = Chaos beim Lernen?

Wer kennt’s nicht? Wir kommen ins Kinderzimmer und das große Chaos ist auf dem Schreibtisch der Kids explodiert. Das Chaos in der Lernumgebung ist für viele Kids eine große Herausforderung.

Warum ist das so?

Alles fängt mit der bewussten Gestaltung des Lernorts an. Das Thema Lernen und Schule soll von Anfang an einen positiven Raum einnehmen und Freude machen.

Häufig ist das Gegenteil der Fall. Der Schreibtisch bekommt einen negativen Touch. Denn mit ihm beginnt Langeweile, Frust und der Ernst des Lebens. Und das oft schon zu Beginn der Grundschulzeit.
Es werden Tisch und Stuhl angeschafft! Und fertig ist der Lernplatz für das zukünftige Schulkind.

Nur so zum Vergleich:
Beim Schlafbereich achten wir besonders darauf, dass die Kinder in ihrer Lieblings-Bettwäsche schlafen und eine schöne Nachttischlampe den Übergang in den Schlaf erleichtert.

Genau so eine schöne Umgebung, brauchen die Kinder für ihren Lernort.

Die Ordnung startet mit der bewussten Gestaltung. Nicht umgekehrt!

Die Kids schaffen ganz leicht ihre Lieblingssachen in Ordnung zu halten. Sprich die Sammlung der ausrangierten Werkzeuge oder die gesammelten Federn und Kieselsteine sind sortiert und wehe wir bringen sie in Unordnung. Dann kriegen wir Stress mit den Kids.

Je mehr Freude die Kinder am Lernen haben und je mehr sie ihren Lernplatz wirklich lieben, desto eher gibt’s Ordnung in der Lernumgebung. Mit der Ordnung kehrt häufig Lernerfolg & Lernfreude ein.

Es geht nicht darum, dass Kinder in absoluter Ordnung aufwachsen müssen. Denn Kinder sind in einer Phase der Veränderung, sie wachsen und bewegen sich. Dem müssen wir bei einem ganzheitlichen Ansatz Rechnung tragen. Denn Veränderungen finden sowohl im inneren wie im äußeren Raum statt. Wenn Kinder ein bisschen Unordnung haben, ist das sogar positiv zu sehen. Denn sowohl Maria als auch wir kennen einige Beispiele, bei denen es wirkliche Probleme gab, weil die Kinder einfach überstrukturiert waren. 

 

Die Rolle der Eltern für eine ordentliche Lernumgebung 

Als Eltern und Pädagogen sehen wir oft, auf Instagram und Co. tolle Räume. Super gestylte Lernumgebungen wie aus der Retorte. Und Schwupss schlägt das Mindsetmonster zu und lässt uns schlecht fühlen. Aber Stopp! Das ist nicht das wirkliche Leben!
Kann ich meine Schüler oder Kinder dazu bringen ordentlich zu sein? Nee, nicht wirklich.
Denn Ordnung bei Kindern, beginnt bei uns selbst.
Kinder mögen Ordnung und sie lieben es zu entrümpeln. Wir müssen es ihnen vorleben. Das gelingt am besten, wenn wir selbst dem Thema Ordnung Freude entgegenbringen.
Nach einem freudigen Tag sollte die Kids am Abend nicht eine “Aufräumstrafe” erwarten.
Es ist ganz wichtig Kinder folgendes spüren zu lassen:

  • Es macht einen Unterschied, wenn es ordentlich ist!
  • Es kann Freude machen!
  • In einer Wohlfühloase lernt es sich schneller und leichter!
  • Selbst die Hausis gehen mit der richtigen Struktur schneller

Es funktioniert wirklich! Probier’s aus. Gerade jetzt im Homeschooling hat Maria sehr viele Beispiele dazu erlebt. Nachdem umgestellt wurde und die Kinder eine passende Lernumgebung hatten, hat es mit dem Lernen auf einmal geklappt.

Die Lernumgebung zu Hause

Marias Tipp ist, dass Schule Raum zu Hause einnimmt und Lernräume geschaffen werden. Darum ist es total cool mit dem zukünftigen Schulkind zusammen die Lernumgebung zu gestalten und schon dabei den Spaß zu wecken für das was kommt. 

Brauchen Kinder von Anfang an einen eigenen Schreibtisch? Es muss nicht immer ein Schreibtisch sein. Das kommt ganz auf die jeweiligen Verhältnisse und Gegebenheiten an. 

Beim Schreibtisch kommt’s auf die Position im Raum an.

Die meisten Schreibtische stehen entweder direkt vor der Wand, mit einem Brett vor der Wand oder direkt vor dem Fenster. Das kann die Produktivität um 30% senken.

Ja, aber wie war das mit dem Licht. . . .und so?

Das altbekannte Thema. Der Schreibtisch soll viel Tageslicht haben. Der Preis dafür sind abgelenkte Kinder, weil draußen immer was passiert. Eine gute Schreibtischlampe kostet nicht die Welt ist aber eine sinnvolle Investition. 

Ein weiteres Problem die  Kinder haben die Tür im Rücken. Was total normal erscheint ist aus der Entwicklungsgeschichte heraus absolut unnatürlich. In grauer Vorzeit ließ man den Eingang nicht unbeobachtet, denn von da könnte Gefahr drohen. Das ist zwar im Kinderzimmer nicht so, aber wir können unser Unterbewusstsein schlecht überlisten.

Wir sollten die Kinder so setzen wie Manager. Denn schließlich sollen sie im Fahrersitz ihres Schullebens sitzen. 

Die Kinder fühlen sich unbewusst in ihrer Lernumgebung  nicht wohl, wenn sie mit dem Rücken zur Tür sitzen. Sie sollten in den  Raum blicken und eine feste Rückwand hinter sich haben. Genau das ist für viele Raumexperten, wie Maria Husch, die Erfolgsposition.

Natürlich ist es nicht immer möglich eine perfekte Lösung zu finden. Im Kinderzimmer kommt viel zusammen: es ist Spielplatz,  Schlafzimmer, Stauraum,  Arbeitsplatz, Gästezimmer etc. und oft steht nur eine kleine Fläche zur Verfügung.

Maria empfiehlt das zu Hause beim Schulanfang  mal mit offenen Augen anzuschauen. Meist sind wir eingefahren. Wir denken gar nicht daran das Kinder wachsen und sich verändern Oft lassen wir die Raumaufteilung Jahrzehnte lang bestehen. 

Doch gerade bei Kindern sollte den Eltern bewusst sein, dass  es nicht sinnvoll ist für die nächsten 10 Jahre alles starr einzurichten. Denn die Kids verändern sich. Darum machen variable Lösungen Sinn, die auch mal wieder zurück- oder umgebaut werden können.

Ziele visualisieren

Ganz entscheidend für den Lernerfolg ist es, dass die Kinder neben dem Lernstoff auch ihre Ziele dahinter sehen.

Nehmen wir einmal an ein Kind hat den großen Traum Fussballstar zu werden. Was macht die Schule für einen angehenden Fussballprofi möglich? Wenn das Kind ein Fußballer werden will, muss es auch Englisch können. Das heißt ein Satz auf Englisch oder ein berühmtes Zitat eines Fussballprofis kann die Wand zieren und das Kind motivieren.

Ein Ziel sollte abbilden, was die Kinder mit ihrem Lernerfolg verbinden. Es muss zu Hause nicht immer das Alphabet an der Wand hängen, sondern das Ziel soll im Herzen der Kids ankommen. Ganzheitlich steht schließlich für Kopf, Herz und Hand.

Ein weiteres Ziel-Beispiel kann eine mögliche Unterhaltung auf Französisch mit der Mickey Mouse in den Sommerferien im Disney Land Paris sein. Auch das kann Kinder in ihrer Lernumgebung und ihrem Lernraum positiv motivieren. Kreative könnten jetzt eine Mickey Mouse mit einer Französischen-Sprechblase im Kinderzimmer anbringen.

Die richtige Lernumgebung für die Schule

Lernen findet nicht nur zu Hause am Schreibtisch im Kinderzimmer statt. Sondern die meiste Zeit befinden sich Kinder in der Schule. Doch wie sieht es da mit der Lernumgebung aus?

Maria betont, dass Schulen grundsätzlich ein Vorbild sein sollten. Denn dort hängen die reinen Lernziele häufig sichtbar in den Räumen, wie beispielsweise bei Grundschülern das ABC an den Wänden.

In der Schule ist oft einiges gemacht.

Aber . . .

Das Alphabet sollte nicht vergilbt sein und die Lernziele nicht schon 3 Monat überholt. 

Was können Lehrkräfte tun?

Auch Lehrer können für das richtige Lernumfeld in den Klassenräumen sorgen und so die Konzentrationsfähigkeit bei den Schülern unterstützen, in dem sie mit offenen Augen durch die Räume gehen.

  • Sind in der Schule vielleicht noch alte Sachen sichtbar, die gar nicht mehr passen?
  • Welche Herausforderungen gibt es für Lehrer, als Lehrerin? Und wie kann ich die lösen? 
  • Beispiel: Indem ich als Lehrer die Aufteilung der Tische verändere. Maria hat ein Beispiel mitgebracht. In einer Schule gab es einen Raum, in dem immer die herausforderndste Klasse saß. Die Schüler saßen mit dem Rücken zur Tür. Sie waren dadurch abgelenkt und konnten sich viel schlechter konzentrieren Die Lösung war die Umstellung des Klassenzimmers.
  • Wichtig ist es auch Treffpunkt-Möglichkeiten für Schüler zu schaffen.
  • Genauso notwendig ist es für Lehrer ein passendes Lehrerzimmer zu gestalten. Ein Ort, der von Lehrern gemocht wird, als Inspirationsort gilt und genügend Raum für den Einzelnen als auch das Lehrer-Team gibt, ist sehr wichtig. Das hat Auswirkungen auf die gesamte Schule. 

 

Die richtige Lernumgebung im Coaching und der Förderung

Wichtig ist für die Coachees, dass eine Inspiration geschaffen wird und den Kids bewusst gemacht wird, welche Dinge jetzt gelernt werden. Im Gegensatz zum Schulunterricht gehen wir im Coaching viel individueller auf die Schüler ein. Das kannst du auch in deiner Raumgestaltung umsetzen. Wir sollten auch ein gemütliches Eckchen in unseren Räumen haben.

Tipp: Schau mindestens einmal im Monat, ob die Lernumgebung in deiner Praxis, in deinem Nachhilfezimmer noch aktuell ist oder ob du etwas umgestalten kannst.

Jetzt sind wir neugierig: Wie gestaltest du die Lernumgebung für deine Kinder zu Hause, in der Schule oder im Coaching? Wir freuen uns auf deinen Kommentar und auf kreative Fotos eurer Lernräume für die Kids.

 

 

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