#30 Konflikte mit Kindern lösen

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So können Kinder Konflikte mit Strategie lösen

In dieser Folge unseres Podcasts Kurswechsel Kindheit sprechen wir über Konflikte und wie wir diese strategisch auf Augenhöhe lösen können.

Du erfährst, wie du deinem Kind am besten dabei helfen kannst, den Umgang mit Konflikten für sich zu meistern, so dass sie ihr ganzes Leben davon profitieren können.

Außerdem zeigen wir dir, wie und warum Konflikte entstehen und welche Emotionen dabei eine große Rolle spielen.

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Was sind Konflikte und warum sind Konflikte für Kinder wichtig?

Konflikte an sich sind ja gar nichts Schlechtes. Ein Konflikt besteht zwischen zwei Menschen oder zwei Parteien, die sich uneins über etwas sind. 

Das Schlimme ist der Umgang damit.

Wenn Kinder nicht lernen mit Konflikten umzugehen, artet es vielleicht darüber hinaus aus, dass sie sich anfangen zu schubsen, an den Haaren zu ziehen oder sonstiges.

Um wirklich dauerhaft etwas gegen Konflikte zu tun, müssen wir schon unseren Kindern lehren, wie man mit Konflikten umgeht.

Wie entstehen Konflikte?

Konflikte entstehen in den meisten Fällen, da die Kommunikation fehlt oder eine der Konfliktparteien die Meinung des Anderen ganz anders auslegt als sie in Wirklichkeit ist.

Dann empfinden die Streitenden Unsicherheit und ganz viele Emotionen treten hervor, wie z. B. Wut bei Kindern. Diese können durch die folgenden Situationen entstehen, wenn:

  • ich mich angegriffen fühle,
  • ich das Gefühl habe, dass mir jemand (sprichwörtlich gesagt) die Butter vom Brot nehmen möchte,
  • mir jemand etwas wegnimmt,
  • ich etwas habe und es abgeben soll oder
  • ich mich ungerecht behandelt fühle. 

Das sind alles Dinge, die zu Konflikten führen. 

Wir erwarten von Kindern ganz oft die Beendigung des Konflikts und handeln dann oft von oben herunter. 

„Wir lösen das jetzt und so ist es jetzt!“ 

„Und Schluss! Aus! Ende!“

Das ist ein Spruch, den viele sicher noch von zu Hause kennen oder der dem ein oder anderen auch schon selbst über die Lippen gegangen ist.

Methoden für Kinder und Familien, um Konflikte zu lösen

Tipp 1, um Konflikte zu lösen: Miteinander reden und zuhören

Eine Grundvoraussetzung, die wichtig ist, um Konflikte zu lösen, ist, miteinander zu reden und zuzuhören.  Wenn der Andere gar nicht weiß, worum es mir geht oder was ich habe, dann kann er nicht reagieren.

Häufig ist es so, dass wir in Schuldzuweisungen verfallen. Wir denken dann:

„Du hast das extra gemacht, um mich zu verletzen. Deswegen muss ich mich verteidigen.“ 

Mit dieser falschen Annahme schaukelt sich der Konflikt hoch.

Dabei hilft der folgende Merkspruch: „Wenn dir etwas nicht passt, dann sag es.“

Tipp 2 zur Konfliktlösung: Achte auf die nonverbale Kommunikation

In Konfliktsituationen ist es höchst gefährlich, wenn ich mit meinem Körper etwas anderes ausdrücke, als ich sage und meine. Also ist Authentizität gefragt. Denn unsere Körpersprache ist das, was unser Gehirn immer als das Wahres annimmt. Das heißt, wenn jemand körperlich etwas anderes ausdrückt, als er uns sagt, z.B. jemand lächelt dich an, aber du hast das Gefühl, der haut gleich zu, dann wirst du immer das körperliche Signal wahrnehmen, das nonverbale.

Gerade Kinder sind da noch verborgener als wir und wir können an ihrer nonverbalen Kommunikation ablesen, wie sie wirklich denken.

In der Podcastfolge spricht Andrea von einem ganz klassischen Beispiel aus einer Alltagssituation mit ihrem Mann. Hör unbedingt rein!

Tipp 3 zur Konfliktlösung: Sprache auf Augenhöhe

Achte darauf mit allen Konfliktparteien auf Augenhöhe zu sprechen. 

Das ist ganz wichtig, wenn ich einen Konflikt mit einer Person habe, die in der Hierarchie über mir steht. Bei Kindern können, dass Konflikte mit Eltern oder Lehrern sein. Werden sie ein Kind nun anweisen, wie es den Konflikt lösen soll, ist der nächste Konflikt vorprogrammiert.

Tipp 4: Emotionen runterkommen lassen

Wenn die Emotionen gerade hochkochen, bin ich am falschen Punkt, um den Konflikt zu klären. Da müssen erstmal die Emotionen runterkommen. Die Kinder können zum Beispiel kurz den Raum verlassen oder an die frische Luft gehen und etwas Abstand gewinnen.

Weitere Tipps zum Umgang mit Emotionen findest du in unserer Podcastfolge zum Thema Wut bei Kindern.

Tipp 5: Darstellung der beiden Sichtweisen ohne Bewertung

Doch das heißt nicht, dass der Konflikt nun ausgeschwiegen wird. Damit Kinder den Konflikt lösen können, muss er auf den Tisch und jeder muss einmal die Möglichkeit bekommen, seine Sicht der Dinge darzustellen, ohne dass es bewertet wird.
Als Kinder- und Jugendcoach z. B. kann ich einen Konflikt mit den Konfliktparteien begleiten. Aber ich kann nicht mit einem einzelnen Menschen im Coaching arbeiten, der einen Konflikt mit einem Dritten hat und so diesen Konflikt lösen. 

Zu einem Konfliktlösungs-Prozess müssen immer alle Parteien an den Tisch.

Tipp 6: Emotionen und Bedürfnisse hinter dem Konflikt klären

Als nächstes muss ich gucken welche Emotionen stecken bei den Streitenden dahinter?

Ist das vielleicht das Gefühl:

  • mir nimmt einer etwas weg,
  • ich bin wütend,
  • ich bin traurig,
  • ich habe Angst. 
 

Nun schauen wir uns an welches Bedürfnis hinter der Emotion steckt. Das kann ein Bedürfnis nach Sicherheit, Autonomie, Reinlichkeit, uvm. sein.

Ein genaues Beispiel könnt ihr euch im Podcast zu einem typischen Konfliktthema, dem Zimmer aufräumen, anhören.

Tipp 7: Die Konfliktlösung finden mit der „Gelben-Zettel-Methode“

Jetzt ist die große Frage, wie eine Lösung im Konflikt gefunden werden kann. Das sollten die Konfliktparteien untereinander tun.

Wir finden die folgende Methode klasse, um Konflikte mit Kindern zu lösen:

Methode um Konflikte mit Kindern lösen

Jeder schreibt alle möglichen Lösungen, die er sieht, auf gelbe Zettel oder Post-Its. Die werden alle an die Wand geklebt. Keine Lösung wird ausgeschlossen.

Sie sprechen darüber und gucken sich an, welche Lösung jeder sieht, keiner bewertet sie.

Dann darf jeder sagen, welche Lösung für ihn ausgeschlossen ist. 

Auf einmal sieht man Lösungen, die man vorher überhaupt nicht für möglich gehalten hat.

Man einigt sich zum Beispiel darauf, dass das Zimmer Autonomiegebiet ist, aber alle Essensreste verschwinden.

Somit ist das eine Bedürfnis nach Autonomie und das andere Bedürfnis nach Sauberkeit super gut gelöst worden.

 Ganzheitliche Lösungsansätze

Um Kindern zu zeigen, wie sie mit Konflikten umgehen und sie auch lösen können, sind verschiedene Ansätze aus dem Familiencoaching, der Mindestarbeit, des Life-Coachings sowie der Arbeit mit Emotionen nötig.

Möchtest du noch mehr Tipps und Tools aus dem ganzheitlichen Kinder- und Jugendcoaching?

Dann melde dich für unsere kostenlose Kinder- und Jugendcoachingwoche an vom 23.04.-30.04.2022.

Wir haben drei coole Workshops vorbereitet, in denen es darum geht, Kindern ihre Kompetenzen zu zeigen und ihnen das Leben leichter zu machen.

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