Stress bei Kindern – 7 Entspannungtipps zum Stressabau

Stress bei Kindern

😣Bauchweh, 😪Unkonzentriertheit, 😡Aggressivität, ☹Kopfschmerzen, 😥Traurigkeit…dieses sind nur ein paar Symptome, welche oft als Ursache Stress haben können, oft unerklärt bleiben und einen schlimmen „Teufelskreislauf“ in Gang setzen können.😥

Inhaltsverzeichnis

Da fast jedes zweite Kind lt. einer aktuellen Studie der DAK unter Stress leidet, ist es enorm wichtig, dieses Thema bei der ganzheitlichen Förderung, Unterstützung und Begleitung der Kinder im Blick zu behalten. Die folgenden Zahlen geben uns noch mehr Hinweise darauf, dass Stress bei Kindern ein ernsthaftes Problem ist:

  • 81% der 7 bis 11-Jährigen und 81% der 12 bis 16-Jährigen haben bereits konkrete Stresserfahrungen.
  • 36% der jüngeren Schüler und 17% der älteren Schüler haben keine Vorstellung darüber, was Stress verursacht.
  • Beklagte Stresssymptome physischer Art sind Kopf- und Bauchschmerzen und psychischer Art:  Ängste, aggressives Verhalten, Erschöpfung
  • 25% der Kinder nehmen an, nichts gegen Stress machen zu können.

Doch das stimmt nicht. Mit den richtigen Entspannungstipps und der Ursachenforschung können Kinder gemeinsam mit ihren Eltern und den Pädagogen sowie Therapeuten sogar sehr viel gegen Stress machen.

Einige Entspannungstipps für Kinder verraten wir dir am Ende des Artikels in einem Video.

Stress bei Kindern

Warum ist Entspannung für Kinder wichtig?

Adrenalin, Dopamin und Cortisol – diese Hormone werden im Körper freigesetzt, wenn Kinder gestresst oder angespannt sind. Früher war die Ausschüttung dieser Botenstoffe wichtig, um in Gefahrensituationen schnell weglaufen oder sich verteidigen zu können. Dafür musste der Mensch auf Zack sein und sofort reagieren können. Auch heute ist diese biologische Reaktion noch sinnvoll. Jedoch nur, wenn kein dauerhafter Stress auftritt. Dann steht der Körper nämlich ständig unter Anspannung, was extrem belastend ist. Eine Studie der DAK-Gesundheit zur Kinder- und Jugendgesundheit in Schulen zeigt, dass 43 Prozent, also fast jeder zweite Schüler bzw. jede zweite Schülerin, regelmäßig gestresst sind.

Es können Symptome auftreten, wie chronische Erschöpfung, Kopfschmerzen, Gereiztheit etc. Wenn ein Kind also häufig gestresst ist, kann es sich nicht so gut konzentrieren und hat weniger Energie.

Was passiert bei Stress bei Kindern im Körper und Gehirn?

Hierzu möchte ich drei Gehirnareale genauer betrachten:

Zum einen die Amygdala. Sie ist für das Erleben von Stress und Angst zuständig und ist ein kleiner, mandelförmiger Komplex von Nervenzellen im unteren Bereich des Gehirninneren. Sie wird auch die „Angstzentrale“ des Gehirns genannt. Sie ist Teil des sogenannten Limbischen Systems. Das ist ein Verbund verschiedener Hirnstrukturen im Innern des Gehirns, der eine große Rolle bei der Verarbeitung von Emotionen spielt.

Die Amygdala steuert – zusammen mit anderen Hirnregionen – unsere psychischen und körperlichen Reaktionen auf stress- und angstauslösende Situationen. Treffen bei ihr Signale ein, die höhere Aufmerksamkeit erfordern, zum Beispiel, wenn etwas neu oder gefährlich ist, dann feuern ihre Nervenzellen. Wir werden wacher und aufmerksamer. Dies geschieht bereits, bevor wir die Gefahr bewusst erkennen. Ab einer bestimmten Schwelle der Nervenaktivität setzt die Amygdala die Stressreaktion in Gang und aktiviert so die Kampf- und Flucht-Reaktion.

Die Amygdala setzt nicht nur die Stressreaktion in Gang. Sie veranlasst auch eine bedeutende Gedächtnisregion im Gehirn, den ganz in der Nähe gelegenen Hippocampus, sich die stressauslösende Situation gut zu merken. Auf diese Weise lernen wir, uns vor dem Stressor in Acht zu nehmen. Kommen wir erneut in eine derartige Situation, läuft die Stressreaktion noch schneller ab.

Forschungen haben gezeigt, dass chronischer Stress die Zellfortsätze im Hippocampus schädigen kann. Sie sind Teil der Nervenzelle und wichtig für die Aufnahme von Information. Schrumpfen sie, wirkt sich das negativ auf das Gedächtnis aus.

Unter Stress funktioniert allerdings auch das Abrufen von Informationen aus dem Gedächtnis nicht mehr.

Auch mit dem „denkenden“ Teil des Gehirns ist die Amygdala eng verbunden, vor allem mit einem stammesgeschichtlich jüngeren Teil unseres Hirns, dem Stirnlappen. Er ist wichtig für die Kontrolle der Emotionen. Wie der Name sagt, sitzt er hinter der Stirn. Er wird auch präfrontaler Cortex genannt. Mit seiner Hilfe können wir durch logische Analyse und Denken unsere Emotionen beeinflussen. Er spielt eine große Rolle bei der Bewertung, ob wir einen Stressor für bewältigbar halten oder nicht, und für unser Verhalten in der stressigen Situation. Chronischer Stress allerdings kann den präfrontalen Cortex verändern, so dass es schwieriger wird, sinnvolle, logische und rationale Entscheidungen zu treffen.

Das hat auch Einfluss auf das Arbeitsgedächtnis und so unmittelbar auf Lesen, Schreiben, Rechnen und das Gedächtnis.

Wie erkenne ich, ob das Kind Entspannung braucht?

Nicht jeder Mensch reagiert auf Stress gleich. Wenn das Kind also angespannt ist und Ruhe braucht, kann sich das auf verschiedene Arten äußern. Folgende Symptome sind Anzeichen dafür, dass das Kind mehr Entspannung braucht:

  • Das Kind reagiert häufig gereizt.
  • Das Kind schläft in der Nacht nicht gut ein bzw. durch.
  • Das Kind klagt häufig über Kopf- oder Bauchschmerzen.
  • Das Kind ist oft unruhig und zappelt viel herum.
  • Das Kind zeigt beim Essen in der Regel keinen großen Appetit.
  • Das Kind hat regelmäßig Verspannungen im Schulter- oder Rückenbereich.
  • Das Kind reagiert oft wütend und aggressiv.
  • lustlos/antriebslos in Schule oder Förderung
  • Unorganisiert
  • unmotiviert
  • Was kann bei Kindern zu Unruhe führen?

Ursachen für Stress und Anspannung bei Kindern

Wenn Kinder unter Stress und Anspannung leiden, kann das ganz unterschiedliche Ursachen haben. Die folgenden Dinge können sich negativ auf das Wohlbefinden auf die Kinder auswirken:

    • Keine Ruhepausen aufgrund nachmittäglicher Termine (Sport, Musikunterricht etc.)
    • zu hohe Erwartungen an das Kind
    • Überforderung in der Schule
    • LRS/Dyskalkkulie erkannt oder unerkannt
    • Lücken im Stoff
    • Mangelnde Lernorganisation
    • Falsche Lernstrategiene
    • Falsche Schulform
    • Probleme mit einer Lehrkraft
    • Streit im Freundeskreis
    • Mobbing
    • Disharmonien in der Familie
    • regelmäßiger Streit bei den Hausaufgaben
    • erhöhte Zuckeraufnahme
    • Stress der Eltern, der sich auf das Kind überträgt
    • chronische Erkrankungen
    • Selbstzweifel und Unsicherheit / können wir dann auch beim Mindset wieder nutzen.

Allgemeine Entspannungstipps und Tools zur Stressprävention bei Kindern

Tipp1: Familien/Pädagogenauszeit

Nehmt euch Zeit, um gemeinsam mit dem Kind/ern zu entspannen. Gerade vor Beginn der Unterrichtseinheiten oder bei Familien am Wochenende bieten sich für einen Ausflug ins Grüne, einen Kurztrip in eine andere Stadt oder einen Tag im Erlebnisbad an.

Tipp 2: Unterstützung bei schulischen Aufgaben

Falls das Kind sich größtenteils durch die Schule gestresst fühlt, bietet ihm Unterstützung an. Überlegt in welchen Bereichen es Hilfe benötigt und wo man hier ganzheitlich dem Kind eine Hilfestellung bieten kann.

      • LRS/Dysakulietraining evtl. auch online
      • Lerncoaching
      • Entspannungstraining
 

Tipp 3: Umgang mit Stress bei Kindern reflektieren

Eltern und Pädagogen sind sich oft gar nicht bewusst, wie ihr eigenes Verhalten sich auf ihre Kinder auswirkt. Deswegen ist es gut, wenn du den Umgang mit Stress in der Familie und im privaten Umfeld regelmäßig reflektierst und besprichst. Gönne der Familie auch Auszeiten.

Tipp 4: Gemeinsam entspannen

Zusätzlich kannst du mit den Kind/ern einige Entspannungsübungen ausprobieren. Die nehmen nicht viel Zeit in Anspruch und lassen sich problemlos in den Alltag integrieren. Das Kind lernt anhand der Übungen Achtsamkeit zu entwickeln und besser mit Stress umzugehen.

Tipp: Blitzentspannung oder an was positives Denken

 

Tipp 5: Entspannungs-Tipp für Kinder gemeinsam mit Trainern

      • Entspannen mit Grimassen
Entspannungstipps Stress bei Kindern
 
 

Das Kind hält sich die Hände vor das Gesicht und schließt die Augen. Es atmet tief ein, bis sich der Bauch wölbt, hält die Luft an und atmet dann langsam aus. Dabei soll es sich an ein schönes Erlebnis erinnern. Nach etwa fünf tiefen Atemzügen zieht das Kind Grimassen hinter den Händen. Durch die Übung wird nicht nur das Gesicht gelockert und entspannt, sondern auch der ganze Körper.

 

 

Tipp 6: Entspannung für Kinder zu Hause mit den Eltern

      • Traumreise für Kinder
 

Das Kind legt sich bei dieser Übung auf den Rücken und schließt die Augen. Erzähle dem Kind z. B. eine Entspannungsgeschichte. Alles das, was du erzählst, stellt sich das Kind vor und kann seiner Fantasie freien Lauf lassen. Auf deine Fragen soll das Kind nicht antworten. Du gibst nur einen neuen Denkanstoß für die bildliche Vorstellung. Am Schluss werden die Gedanken des Kindes langsam wieder in die Wirklichkeit zurückgeholt.

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Tipp 7: Entspannung für Kinder im Klassenverband

      • Steinen lauschen
 

Du bereitest eine Schüssel mit Wasser und unterschiedlich großen Steinen vor. Das Kind/er sollte genau hinhören, wie kleine und große Steine klingen. Als nächstes setzt sich das Kind/er mit dem Rücken zum Wasser und schließt die Augen. Wirf die Steine nacheinander hinein und das Kind errät anhand der Geräusche, ob es sich jeweils um einen großen oder einen kleinen Stein handelt.

Sieh dir unser Video an mit den wichtigsten Entspannungstipps!

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