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Schreibschrift oder Druckschrift?

Schreibschrift oder Druckschrift

In dieser Podcastfolge spreche ich über ein für mich sehr emotionale Thema: Es geht um die Handschrift. Ich habe mir in der letzten Woche die Frage gestellt, ob Schreibschrift sein muss oder Druckschrift reicht. Ich bin gespannt, wie du das siehst!

So viel vorweg: ich habe in den letzten Wochen sehr, sehr viele Studien zu dem Thema gewälzt, habe mich durch Forschungsergebnisse gequält und habe einige erstaunliche Erkenntnisse für mich mitnehmen dürfen.

In dieser Folge erfährst du, …

  • was es eigentlich für den Schreibprozess braucht
  • wie viel Kapazität es die Kinder kostet Inhalte zu produzieren
  • was du aus dem aktuellen Forschungsstand für deine Kinder mitnehmen kannst

Folge anhören!

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Die Geschichte der Schrift

Die Debatte um die richtige Schreibschrift hält bis heute an. Deswegen eine kurze geschichtliche Einordnung: 1941 wurde die Sütterlin Schrift durch ein Dekret abgeschafft, was zu heftigen Diskussionen führte. Die Schrift mit den vielen Bögen und Schwingen wurde fortan nicht mehr unterrichtet.

Die lateinische Ausgangsschrift wurde 1953/54 eingeführt und löste ebenfalls Kontroversen aus. In den 70er Jahren folgte dann die vereinfachte Ausgangsschrift, die ebenfalls für Diskussionen und kontroverse Studien sorgte, sich jedoch bis heute durchgesetzt hat.

Ein Ausblick in die Zukunft – Digitalisierung als Aus der Schreibschrift oder Druckschrift?

Wir leben im digitalen Zeitalter. Viele Texte werden digital erstellt (ein Blick zum Thema Künstliche Intelligenz (KI) in der Bildung). Aus diesem Grund wurde ab den 1990er Jahren vermehrt die sogenannte “Deutsche Normalschrift” eingesetzt, die auf der vereinfachten Ausgangsschrift basierte. Diese Schreibschrift wurde im Jahr 2003 jedoch offiziell abgeschafft und durch die “Grundschrift” ersetzt, die auf Druckschrift basiert und eine schrittweise Einführung der verbundenen Schrift ermöglicht.

Die Debatte um die richtige Schreibschrift ist oft sehr hitzig. Deswegen würde ich mir wünschen, dass wir uns fragen: „Geht es darum, recht zu haben oder einfach auch mal neutral zu gucken?“.

Verbundene oder teilverbundene Handschrift – ein einziger Buchstabensalat?

Unser Schriftbild und wie wir schreiben, entwickelt sich in unserem ganzen Leben immer weiter. Wir fangen in der Schule mit Druckschrift an. Eine Schrift, in der jeder Buchstabe einzeln für sich steht. Danach kommt die Schreibschrift. Buchstaben werden mit einem Schwung verbunden.

In den ersten Schuljahren wird oftmals auf die jeweils aktuelle Schrift bestanden. Es wird entweder nach Druckschrift oder Schreibschrift verlangt. Mit dem Wechsel von der Grundschule zur Weiterführenden fällt diese Forderung weg und die Kinder können selbst entscheiden „Bleibe ich bei der Schreibschrift oder schreibe ich wieder Druckschrift?“.

Beobachtest du dich selbst, fällt dir vielleicht auf, dass du beides miteinander vermischst. Mal sind die Buchstaben mit einem Schwung verbunden, mal stehen sie allein. Das wird teilverbundene Handschrift genannt – die Buchstaben sind zum Teil verbunden.

Schreibe gerne nach dem Anhören dieser Folge einen Kommentar und verrate mir: wie schreibst du und wie ist deine Meinung zu der Debatte um die Schreibschrift, Druckschrift oder das digitale Schreiben am Computer?

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4 Responses

  1. Sehr interessante Folge! Ich frage mich jetzt, nach dem Hören, ob es denn dann sinnvoll wäre LRS Kindern vorerst zu erlauben weiter in Druckschrift zu schreiben. Eben bis der Automatisierungsprozess der Druckschrift möglichst abgeschlossen ist. So könnten sich die Kinder auch viel früher auf das orthografische Schreiben und Inhalte konzentrieren. Mir ist bewusst, dass die Lehrkräfte das nicht selber entscheiden können. Evtl wäre das jedoch eine Überlegung wert, bezüglich eines Nachteilsausgleichs…? Und sollte man in der LRS Förderung dann ausschließen mit Druckschrift arbeiten? Oder dem Kind die Entscheidung überlassen, ob Druckschrift, verbunden oder teilverbundene Schrift? Oder stört das dann wieder die Automatisierung der vorgeschriebenen Schreibschrift in der Schule und bringt alles durcheinander? Fragen über Fragen… 😁 ganz liebe Grüße, Steffi

    1. Liebe Steffi, Fragen gibt es wirklich viele. Nach meiner Erfahrung und nach der Datenlage vieler Erhebungen ist es zunächst wichtig, Kindern nur eine Schrift anzubieten. Ich selber habe dabei meine Präferenz bei der Grundschrift. In der Schweiz gibt es das in einigen Kantonen flächendeckend mit guten Ergebnissen. Liebe Grüße

  2. Liebe Petra,

    die zitierten Zahlen in dem Podcast passen zu den Beobachtungen meiner 10 Viertklässler in einer gemischten Montessoriklasse (Insgesamt 25 Kinder). Allen 10 Kindern (3 Mädchen und 7 Jungen) stand frei, welche Handschrift sie automatisieren wollen, wobei wir uns wünschen, dass die verbundene Handschrift (LA) zumindest probiert wird. Jetzt am Ende des vierten Jahres schreiben 5 Kinder in Schreibschrift und die anderen 5 Kinder sind bei der Druckschrift geblieben. Manche Buchstaben sind verbunden, bei anderen Kindern stehen alle Buchstaben einzeln. Auch die Beobachtung, dass Kinder, die die Handschrift nicht automatisiert haben, mehr Probleme mit der Rechtschreibung haben, kann ich deutlich bestätigen. Es gibt Kinder, die den Automatisierungsprozess bei normaler Intelligenz, nicht geschafft haben. Diese Kinder haben größere Probleme mit der Rechtschreibung, obwohl die Regeln gut verinnerlicht sind. Die Crux ist nur, dass diese Kinder auch schwer zu motivieren sind, Schreibübungen zu machen, da sie ja wissen, dass es ihnen schwerfällt. Hier ist individuelle Hilfe notwendig. Danke für den Podcast, ich fühle mich bestätigt in meiner Arbeit.

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