„Das ist doch nichts Großes …” – wie Fehleinschätzungen bei Mobbing entstehen und Mobbing übersehen wird.
Manchmal sind es keine großen Sätze. Eher beiläufige. Gesagt zwischen Tür und Angel.
„Das regeln die Kinder schon.”
„So war das früher auch.”
Und während Erwachsene weitersprechen, zieht sich ein Kind innerlich zurück.
Mobbing beginnt selten mit etwas Offensichtlichem. Oft zeigt es sich in kleinen Verschiebungen: im Nicht-Gemeint-Sein, im Übersehen-Werden, im langsamen Herausfallen aus einer Gruppe. Für Erwachsene wirkt das schnell unklar, diffus, schwer einzuordnen. Für Kinder fühlt es sich sehr konkret an.
Häufigste Fehleinschätzungen bei Mobbing
Eine der häufigsten Fehleinschätzungen entsteht genau hier:
Wir vergleichen mit unserer eigenen Schulzeit. Mit dem, was wir als „normal” abgespeichert haben. Und übersehen dabei, dass sich soziale Dynamiken verändert haben – und Kinder heute auf andere Weise unter Druck geraten.
Sprache als Ursache, wenn Mobbing bei Kindern übersehen wird
Hinzu kommt: Kinder können ihr Erleben oft noch nicht gut in Worte fassen. Sie spüren, dass etwas nicht stimmt, aber sie erklären es nicht logisch, nicht chronologisch, nicht „beweisbar”. Wer dann nach schnellen Lösungen oder klaren Schuldzuweisungen sucht, verpasst leicht das Wesentliche.
Was brauchen Kinder, wenn Mobbing übersehen wird
Was Kinder brauchen, wenn Mobbing übersehen wurde, ist kein Urteil.
Sondern Erwachsene, die bereit sind, hinzuhören, auch wenn das Bild noch unscharf ist.
Die aushalten, dass etwas noch keinen Namen hat.
Und die verstehen, dass Wegsehen selten böse gemeint ist – aber dennoch Wirkung hat.
In der aktuellen Podcastfolge sprechen Andrea und ich über genau diese Fehleinschätzungen:
Warum Mobbing übersehen wird, warum es so menschlich ist – und was sich verändert, wenn wir beginnen, genauer hinzuschauen.
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