„Das ist doch nur ein bisschen Zankerei…“
sagt die Lehrerin.
„Aber er spricht seit Tagen kein Wort mehr. Und will nicht mehr zur Schule.“
sagt die Mutter.
Was ist da passiert?
Streit gehört zum Alltag von Kindern. Sie raufen, zanken, versöhnen sich wieder.
Aber manchmal ist es kein Streit mehr.
Manchmal ist es ein unsichtbares Gift – leise, stetig und zerstörerisch.
Dann sprechen wir von Mobbing. Und das ist nicht nur „ein bisschen Ärger“.
Das ist eine Form von Gewalt.
Inhaltsverzeichnis
Was ist Mobbing – und was nicht?
Mobbing beginnt nicht laut.
Es beginnt oft mit kleinen Sticheleien.
Ein Kind wird ausgelacht. Dann ignoriert. Dann ausgeschlossen.
Immer wieder. Tag für Tag.
Mobbing ist systematische, wiederholte Schädigung – psychisch, verbal, körperlich oder digital.
Und das Wichtigste: Es herrscht ein Machtungleichgewicht.
Das betroffene Kind kann sich nicht allein befreien.
Definition von Mobbing nach Dan Olweus:
„Ein Schüler oder eine Schülerin ist Gewalt ausgesetzt oder wird gemobbt,
wenn er oder sie wiederholt und über eine längere Zeit den negativen Handlungen
eines oder mehrerer anderer Schüler und Schülerinnen ausgesetzt ist.“
Abgrenzung von Mobbing zum Konflikt:
Konflikt | Mobbing |
Hat einen konkreten Auslöser | Hat keinen klaren Anfangspunkt |
Zwischen gleich starken Parteien | Klare Über- und Unterlegenheit |
Kann konstruktiv gelöst werden | Ist immer destruktiv |
Einmalig oder kurzzeitig | Systematisch und über längere Zeit |
Geht um unterschiedliche Meinungen | Geht um gezielte Ausgrenzung, Macht, Kontrolle |
Fazit: Ein Konflikt kann geklärt werden. Mobbing braucht Intervention.
Die verschiedenen Gesichter von Mobbing
Mobbing ist nicht immer laut. Nicht immer sichtbar. Aber immer verletzend.
Psychisches Mobbing
- Ein Kind wird ignoriert
- Es wird nicht mitspielen gelassen
- Es wird absichtlich ausgegrenzt
Verbales Mobbing:
- Beleidigungen, Schimpfworte
- Lächerlich machen
- Drohungen
Cybermobbing
- Gemeine Nachrichten über WhatsApp
- Fiese Bilder oder Memes in Gruppen
- Gerüchte auf Social Media
Körperliches Mobbing:
- Kneifen, stoßen, schlagen
- Ein Bein stellen, Dinge wegnehmen
- In der Pause „unter Wasser tauchen“
Oft verflechten sich diese Formen.
Ein Kind wird online bloßgestellt – und dann in der Klasse dafür ausgelacht. Mobbing kennt keinen Stundenplan.
Mehr dazu im Podcast
Die Rollen im Mobbing-Geschehen
Mobbing ist kein Einzeltäter-Phänomen.
Es ist ein Gruppengeschehen.
Neben denen die mobben in und denen die gemobbt werden gibt es:
- Mitläufer*innen, die mitlachen oder klatschen
- Zuschauer*innen, die schweigen und wegsehen
- Anfeuerer*innen, die Stimmung machen
Und weißt du was?
Die größte Macht haben oft die Stillen.
Die, die sich entscheiden: Ich mach da nicht mit.
Oder besser: Ich stelle mich dazwischen.
Mobbing verstehen heißt: Verantwortung übernehmen
Mobbing entsteht nicht über Nacht.
Aber wenn es sich einmal verfestigt,
ist es wie ein schlechtes Drehbuch – das sich immer weiter wiederholt.
Deshalb ist frühes Erkennen so entscheidend.
Und ein klarer Blick, der nicht bagatellisiert.
Denn was für Erwachsene „nicht so schlimm“ wirkt,
kann für ein Kind eine tägliche Hölle bedeuten.
FAQ – häufige Fragen zum Thema Mobbing
🔹 Ab wann ist es Mobbing – und nicht mehr „nur Streit“?
Wenn ein Kind wiederholt, über längere Zeit, gezielt verletzt oder ausgegrenzt wird – und dem nichts entgegensetzen kann.
🔹 Kann Mobbing auch „leise“ sein?
Ja. Besonders psychisches Mobbing oder Ausgrenzung ist oft kaum sichtbar – aber tief verletzend.
🔹 Ist jedes Kind gleich gefährdet?
Nein – aber jedes Kind kann betroffen sein. Mobbing hat weniger mit dem Kind zu tun als mit der Gruppendynamik.
🔹 Kann auch ein Kind mobben, das selbst unsicher ist?
Ja. Viele Mobber*innen haben ein geringes Selbstwertgefühl und suchen Kontrolle, weil sie sich innerlich schwach fühlen.
Schlussimpuls zur Frage: Was ist Mobbing?
„Nicht jede Stille ist Frieden. Manchmal ist sie das Echo von Ausgrenzung.“
Mobbing beginnt oft dort, wo niemand widerspricht.
Vielleicht kannst du heute die Stimme sein, die etwas verändert.
Nicht laut. Aber klar.
Denn jedes Kind verdient einen sicheren Raum –
zum Lernen, zum Wachsen und zum Sein.
Gemeinsam handeln,
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